Ein eindrucksvolles
Beispiel ist die Ausrottung von Pocken, denen in früheren Jahrhunderten
jedes dritte Kind zum Opfer fiel. Durch weltweite Durchimpfungsaktionen
konnte diese lebensgefährliche Krankheit besiegt werden. Heute
ist diese Impfung nicht mehr notwendig. Leider tritt mit dem Ausbleiben
der direkten Gefahr auch eine gewisse Impfmüdigkeit ein. Damit
erhöht sich aber wieder das Risiko, vor allem durch den erweiterten
Tourismus, sich anzustecken, auch mit Krankheiten, die man hierzulande
schon gebannt glaubte.
Bei Impfungen gibt es immer eine Nutzen-Risiko-Abwägung für
den einzelnen Impfling, d.h. das Risiko von Nebenwirkungen ist gegen
das Risiko einer Erkrankung abzuwägen.
Nebenwirkungen kommen verhältnismäßig selten vor,
aber den Einzelfall sollte dies mit Ihrer Ärztin oder Ihrem
Arzt durchgesprochen werden. Wir möchten Ihnen an dieser Stelle
einen Überblick über die notwendigen Impfungen im Kindesalter
laut STIKO (= ständige Impfkommision) geben.
Jeden Monat besprechen wir eine Infektionskrankheit, die durch impfen
verhindert werden kann.
Diphterie
Eigentlich galt die Diphterie in Europa als besiegt. Doch durch
die Öffnung nach Osten erreichen uns immer wieder Meldungen,
die vor einer Rückkehr dieser Krankheit warnen. Durch die mangelnde
medizinische Versorgung der ehemaligen GUS Staaten kommt es zu einem
starken Wiederaufflammen dieser bakteriellen Infektion. Die Weltgesundheitsorganisation
hat Diphterie zur weltweiten Gefahr erklärt.
Besonders da diese Erkrankung in Deutschland selten ist, werden
die ersten Symptome oft nicht erkannt und eine Behandlung verzögert.
Da die Erreger auch durch geimpfte Personen eingeschleppt werden
können, gibt es nur eine sicheren Schutz bei Kindern und Erwachsenen-
die Auffrischungsimpfung. Übertragen wird die Diphterie durch
Tröpfchenübertragung, beim Husten oder Niesen. Für
das Krankheitsbild typisch sind Entzündungen im Mund- und Nasenraum
mit weißlich-grauen Belägen. Dabei kann es zum Verschluss
der Atemwege kommen, so dass es zu schwerer Atemnot oder gar zum
Erstickungstod kommen kann.
Deshalb nannte man früher diese Krankheit "Würgeengel
der Kinder". Heute werden die Patienten künstlich beatmet.
Der Erreger bildet ein Stoffwechselgift, das auf den befallenen
Organismus stark schädigend wirkt. So kommt es zu Herz-, Leber-,
Nierenerkrankungen oder auch Nervenlähmungen. Die Sterblichkeit
ist hoch. Bis zu 20 Prozent der Infizierten, vor allem Säuglinge
und ältere Leute sterben. Hat sich der Verdacht auf die Krankheit
erhärtet, muß sofort ein Antiserum gespritzt werden,
das vom Tier gewonnen wird. Der ohnehin geschwächte Körper
kann mit allergischen Reaktionen reagieren. |
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Der einzig
wirksame Schutz ist die Impfung.
Sie wird für alle empfohlen und sollte regelmäßig
aufgefrischt werden. Die Grundimmunisierung wird ab dem Alter von
zwei Monaten mit zunächst zwei Injektionen durchgeführt,
im Abstand von mindestens sechs Wochen. Die dritte Impfung erfolgt
ab dem elften Lebensmonat, die erste Auffrischung ab dem fünften
Lebensjahr. Eine weitere Auffrischung wird ab dem zehnten Lebensjahr
gegeben, dann routinemäßig alle zehn Jahre. Reaktionen
nach der Impfung können Hautrötungen, Schwellung oder
Schmerzen an der Impfstelle. Selten sind grippeähnliche Symptome
oder Hautausschlag. In Einzelfällen wird über Nebenwirkungen
am Nervensystem oder Rückgang der Blutplättchen berichtet.
Nicht impfen soll man, wenn Überempfindlichkeiten gegen die
Bestandteile des Impfstoffes bekannt sind, oder es vorher schon
zu den schwerwiegenden Nebenwirkungen gekommen ist.
Warum Grundimmunisierung und warum Auffrischung?
Durch die verschiedenen Impfungen im Zeitabstand werden dem Körper
definierte Mengen des Erregers zugeführt. So entwickelt der
Organismus eine Bekämpfungsstrategie und merkt sich, mit welchem
Antikörper der Eindringling erfolgreich besiegt werden konnte.
Gedächtniszellen erinnern in Zukunft an den Erreger. Im Laufe
der Jahre können nicht mehr genug Antikörper zur Verfügung
gestellt werden, um die Krankheit sicher zu verhüten. Dann
genügt es die Zellen noch einmal vorzuführen (Auffrischimpfung)
, um die Gedächtniszellen erneut zu aktivieren. Die Grundimmunisierung
ist also nur einmal erforderlich.
(Quelle: Chiron Behring, Impfen heißt vorbeugen) |